Was tun normale Schläfer für ihren Schlaf?

Und warum Schlafgestörte aufhören sollten, um ihren Schlaf zu kämpfen

Hast Du Dich schon einmal mit jemanden unterhalten, der keine Probleme mit dem Schlaf hat? Wenn ja, dann wirst Du sicherlich ein kurzes Zucken und Überlegen bei demjenigen registrieren und die Antwort erhalten haben: „Gar nichts.“

Eine völlig normale Reaktion, von einem normalen Schläfer.

Wenn normale Schläfer nachts wach werden, sorgen sie sich nicht darum, dass sie nicht wieder einschlafen können. Ein kurzer Toilettengang, vielleicht etwas Trinken und dann legen sie sich wieder hin und schlafen einfach weiter.

Was ist der Unterschied zu einem Schlafgestörten?

Wenn Du als Schlafloser jetzt einmal tief in Dich reinhörst, werden Dir wahrscheinlich sehr viele Dinge einfallen, die Du bereits unternommen hast, um endlich wieder Deine erholsame Nachtruhe zurück zu bekommen, oder?

Meine Liste war zur Zeit meiner Schlaflosigkeit jedenfalls recht lang. Sie reichte von Vermeidungsstrategien, über Entspannungsübungen, Medikamenten, ständig neuen Ritualen bis hin zu zahlreichen Arzt- und Psychologen Besuchen.

Ich brauche jemanden, der unter Schlaflosigkeit leidet, sicher nicht davon erzählen, wie grauenvoll dieses Gefühl ist, einfach nicht in den Schlaf finden zu können. Die Gefühle reichen von Traurigkeit, Verwirrung, Angst und Hilflosigkeit bis hin zur völligen Verzweiflung über die Machtlosigkeit.

Aufgrund dieser Verzweiflung fällt man ganz automatisch in einen regelrecht, übertriebenen Aktionismus. das Gehirn hat plötzlich zahlreiche Einfälle, wie man die Schlaflosigkeit bekämpfen könnte. Du wirst auf einmal so kreativ wie nie zuvor.

Das liegt u.a. in unserer Natur. Taucht ein Problem auf, sind wir von vornherein darauf gepolt, eine Lösung zu finden, koste es was es wolle. Niemand quält sich gern über eine längere Zeit mit einem Problem herum. Unser denkender Verstand sorgt schon von ganz allein dafür, dass ein unangenehmes Gefühl stets in unserem Bewusstsein präsent ist und das möchte man doch schnellst möglich loswerden.

Was machen jetzt Schlafgestörte?

Sie ringen um ihren Schlaf.

Quelle: Pixabay.com

Du liegst abends hellwach im Bett, hast zuvor dein Abendritual mit einem Lavendelbad durchgeführt, hast auch ein Treffen mit Deinen Freunden abgesagt. Kaffee trinkst Du schon seit Tagen nicht mehr. Fernsehen schaust Du auch nicht mehr. Vielleicht hast Du Dir auch schon eine neue Matratze zugelegt, in dem Glauben, dass die alte die Ursache für Deine Schlafstörungen gesetzt hat? Schläfst Du noch mit Deinem Partner in einem Bett oder bist Du aus Frust darüber, dass er oder sie schlafen kann, bereits aus dem Schlafzimmer geflüchtet und bevorzugst lieber die Couch?

Indem man als Schlafgestörter Maßnahmen ergreift, die einem Hilfe versprechen, setzt man in seinem Gehirn eine Erwartungshaltung fest. Sollte es mit der ausprobierten Methode nicht klappen, fällt man automatisch wieder in die Frustrationsschiene zurück und die Verzweiflung beginnt von vorne. Sie kann sich sogar noch weiter steigern und verfestigen.

„Eine neue Methode muss her. Wenn diese dann wieder nicht klappt, dann werde ich noch verrückt und krank.“

Das ist der berühmte Teufelskreis von Schlafgestörten

Warum schläft ein Schlafgestörter, der nahezu die ganze Nacht wach lag, in den meisten Fällen kurz vor dem Wecker klingeln ein? Hört mal selber in Euch  hinein und stellt Euch die Frage einmal laut?

In den meisten Fällen wird die Antwort lauten, dass es einem an dem Punkt egal war, weil die Nacht ja eh nicht mehr zu retten war.

Hier zeigt sich das eigentliche große und extrem wichtige Geheimnis hinter erholsamer Nachtruhe. Gelassen bleiben, nicht kämpfen und akzeptieren, was nicht zu ändern ist. Es ist scheint Dir verrückt vorzukommen, aber glaube mir aus meiner eigenen Erfahrung, es bringt nichts, sich in seinem Kopf das Ziel zu setzen, seine Schlafstörungen loswerden zu wollen.

Schlafen wie ein Baby

Quelle: Pixabay.com

Versetz Dich noch einmal kurz in die Vergangenheit zurück, als Du Kind warst. Damals hast Du Dir sicher selten bis gar keine Gedanken darüber gemacht, wie die Nacht wird, richtig? Kinder sind frei von jeglichen quälenden Gedanken, wie wir sie als Erwachsene nur zu gut kennen. Sie haben ein an sich sorgenfreies und stressfreies Leben. Sie scheren sich nicht darum, ob und wie sie schlafen. Davon mal abgesehen wollte man als Kind ja eh nie ins Bett. Man hatte Angst zu viel zu verpassen. Man wusste auch einfach nicht, dass Schlaf der Erholung dient und dementsprechend wichtig ist.

Ein Schlafgestörter Erwachsener dagegen stellt den Schlaf, als eine nötige Voraussetzung seines Wohlbefindens, auf eine zu hohe Ebene und macht sich somit von gutem Schlaf abhängig. Er verliert sozusagen die Kontrolle über das Nichtstun.

Schlafen ist ein natürlicher Vorgang, den man nicht erzwingen kann.

Kämpft man mit dem Schlaf, signalisiert man seinem Gehirn eine Gefahr. Und das führt dazu, dass Du diese Enge in Deinem Körper verspürst. Das Herz fängt an zu rasen, du spürst diesen berühmten Knoten im Magen und bekommst vielleicht sogar Schweißausbrüche. All das sind Zeichen der Bereitschaft zu kämpfen. Dein Gehirn setzt aufgrund Deines selbst kreierten Kampfmodus Adrenalin frei, dass dafür sorgen soll, dass Du wach bleibst und Dich gegen Feinde verteidigen kann.

So primitiv das auch klingen mag, so einleuchtend ist es im Endeffekt auch.

In der Steinzeit, als die Menschen noch in freier Natur wohnten, mussten sie sich vor Eindringlingen selbst verteidigen. Da sie zu jederzeit mit Gefahren für ihr Hab und Gut rechnen mussten, mussten Sie immer wachsam sein. Sie konnten es sich in manchen Situationen einfach nicht leisten zu schlafen.

Ob nun die Angst vor Eindringlingen oder die Angst vor dem nicht schlafen können. Beides versetzt uns gleichermaßen in einen Kampfmodus und hält uns vom Schlafen ab.

Man muss also genau diese erlernte Verhaltensweise des Kämpfens wieder ablegen

Das zum einen und man muss gleichzeitig lernen, einfach nichts für seinen Schlaf zutun.

Dass das nicht so einfach funktioniert, wenn man völlig verzweifelt ist, ist mir aus eigener Erfahrung völlig bewusst. Zu akzeptieren, dass man sich müde, ausgelaugt, gereizt und gestresst von jeder neuen schlaflosen Nacht fühlt, erfordert viel Charakter, viel Geduld und die richtige Herangehensweise.

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An dieser Stelle möchte ich Euch gern das Buch von „Guy Meadows – Schlaf Gut“ ans Herz legen. Er beschreibt darin, sehr detailliert, einen völlig neuen Ansatz, wie man seine Schlaflosigkeit bekämpfen kann.

In meinen folgenden Artikeln lernst Du dann die Methoden kennen, die ich persönlich aus dem Buch angewandt habe und wie sie mir dazu verholfen haben, meinen Schlaf wiederzufinden. Ich werde versuchen, sie Dir mit meinen eigenen Worten zu erläutern und näher zu bringen, um Dir eine ganz neue Möglichkeit aufzuzeigen, wie Du Deine Schlaflosigkeit besiegen kannst.

Fazit

Schlaf ist eine natürliche Funktion des Körpers, die man nicht erzwingen kann. Umso mehr Du unternimmst, um Deine Schlafstörungen zu bekämpfen, umso mehr können sie sich verfestigen.

4 Antworten auf „Was tun normale Schläfer für ihren Schlaf?“

  1. Toller Post Marco. Juhuuuuu ich bin ein normaler Schläfer 🙂 Für die Grübler: Mir ist aufgefallen, wenn ich mich sorge, traurig bin oder Angst vor etwas habe, dass ich dann nicht schlafen kann und grüble. Dann hilft es die Gedanken aufzuschreiben und das Problem so schnell wie möglich zu lösen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Ich handele dann zwar häufig im Affekt oder bleibe einfach wach und gehe das Problem sofort an. Dafür kann ich dann entweder sofort oder wenn ich angefangen habe das Problem in Angriff zu nehmen, wieder super schlafen. Lösung: Grund herausfinden und sich eine Lösung überlegen und MACHEN. Und dann schläft man auch besser.

  2. absolut richtig cathi, so erreicht man nachhaltig einen besseren Schlaf, weil man seinem Gehirn sozusagen seinen „Auftritt“ lässt, indem man die Gedanken zulässt und im zweiten Schritt sich aktiv davon trennt, indem man sie einfach formlos auf ein Blatt Papier aufschreibt. Genau richtig so 😉

  3. Hey Marco, Schlafen wie ein Baby wäre wirklich toll. Ein stressfreies und sorgenloses Leben, wo gibt es das schon unter Erwachsenen. Dabei ist es wichtig auf seine inneren Befindlichkeiten zu achten, für die man sich immer weniger Zeit nimmt, weil einem das Alltagsleben zu viel Kraft und Energie raupt. Wenn ich eines gelernt habe, dann ist es am Tag auch immer ein wenig Zeit nur für mich einzuräumen.
    Liebe Grüße Chrissy

    1. Hey Ho Chrissy, Du machst das damit genau richtig. Viele hören eben einfach nicht auf die Signale ihres Körpers. Ein 20 minütiger Power Nap kann Wunder wirken und wieder ungeahnte Kräfte freisetzen. In östlichen Ländern ist das die Regel. Dort gibt es Ruheräume für einen Mittags Nap und selbst die Straßenarbeiter in China und Japan legen sich mittags für ein paar Minuten mitten auf die Straße und halten ein Nickerchen 😉

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