Warum schlafen die Menschen?

Ist es nicht Zeitverschwendung, wenn man mehr als ein Drittel seines Lebens mit Schlafen verbringt?

Bei einer Lebenserwartung von 90 Jahren sind das immerhin über 30 Jahre, die wir im Leben schlichtweg verpennen werden.

Die Zeit könnte man doch sinnvoller nutzen, oder?

Rein evolutionstechnisch gesehen ist Schlafen ein eher kontraproduktiver Vorgang.

Er ist so gesehen auch äußerst sinnlos und sogar gefährlich.

Im Schlaf kann man sich nicht ernähren, nicht verteidigen und auch nicht fortpflanzen.

Der Geist ist abwesend und der Körper liegt einfach nur da.

Scheint irgendwie wenig produktiv zu sein, oder?

Ok… zugegebenermaßen, ernähren und fortpflanzen geht auch, wenn man wieder wach  ist.

Für die Steinzeitmenschen konnte es jedoch gefährlich werden.

Ihr Leben war durch Schlaf sogar arg gefährdet. Im Zustand völliger geistiger Abwesenheit, konnten sie sich nicht verteidigen.

Sie mussten daher bewusst auf Schlaf verzichten und ihn dann an anderer Stelle nachholen.

 

Warum also schlafen?

Für die Leistungsfähigkeit unseres Körpers und vor allem für die unseres Gehirns ist Schlafen äußerst wichtig.

Das allgemeine Wohlbefinden ist sogar stark abhängig davon, wie Dein Schlaf in der Nacht ausfällt.

Warum aber müssen wir dazu in einen bewusstlosen Zustand verfallen und uns völlig von der Umwelt abkoppeln?

Obwohl die Schlafmedizin heutzutage sehr fortschrittlich ist, ist bisweilen nicht restlos geklärt, warum wir eigentlich schlafen.

Vor allem warum so lange, wie sonst kaum ein anderes Lebewesen.

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#Lesetipp: Wie viel Schlaf brauche ich und was ist meine optimale Schlafdauer?

Es bestehen verschiedene Theorien, die begründen, warum wir schlafen müssen.

1. Erklärungsversuch

Zum einen soll Schlaf der Erholung der Organe, der Zellerneuerung, dem Wachstum und der Regeneration des Immunsystems dienen.

Für Sportler und Kranke ist Schlafen daher von enormer Bedeutung. Die Regeneration beanspruchter Muskeln und die Neubildung derer erfolgt erst im besonders festen Schlaf.

Auch ein geschwächtes Immunsystem stärkt sich erst so richtig im Schlaf, in dem es sich von krankmachenden Keimen reinigt.

2. Erklärungsversuch

Zudem besagt eine zweite Theorie, dass das Gehirn den Schlaf benötigt, um gesammelte Informationen zu verarbeiten.

Während der Körper im Schlaf nahezu erstarrt, ist das Gehirn äußerst aktiv.

Forscher nehmen an, dass sämtliche Eindrücke, die am Tag durch das Gehirn aufgenommen wurden, im Schlaf nach wichtig und unwichtig sortiert werden. Es verarbeitet alle Informationen und strukturiert sich neu.

Wir lernen quasi erst richtig im Schlaf.

Vermutlich ist das auch die Ursache, warum wir im Schlaf träumen.

Aus dem Gedächtnis rufen wir die verschiedensten Informationen ab. Sie lassen uns im Traum die skurrilsten Dinge erleben.

Um das Rohstofflager ungestört auffüllen zu können, blockiert unser Gehirn Reize von außen. Es lässt uns in einen bewusstlosen Zustand verfallen.

Das Gehirn reinigt sich im Schlaf

Neueste Forschungen zeigen, dass das Gehirn während des Schlafens schädliche Stoffwechselprodukte weg schafft.

Man geht inzwischen davon aus, dass das Gehirn nur zwei Zustände kennt. Entweder ist es wach, passt auf, lernt und steuert bewusste Körperbewegungen oder es schläft und räumt auf.

Es sortiert dabei alles aus, was sich im Laufe des Tages an „Unrat“ angesammelt hat.

Mit dem Hirnwasser werden diese schädlichen Stoffe aus dem Gehirn gespült. Sie gehen über in den Blutkreislauf. Hierüber werden sie abtransportiert und schlussendlich vom Körper abgebaut und ausgeschieden.

Folgen von Schlafentzug

Schlafentzug kann erhebliche Folgen haben.

Wird einem Menschen über Tage hinweg der Schlaf entzogen, ist dieser offenbar nicht mehr in der Lage, die äußeren und inneren Sinneseindrücke richtig verarbeiten und verknüpfen zu können.

Bereits nach drei bis vier Tagen Schlafentzug kommt es zu deutlichen Verschlechterungen der kognitiven Fähigkeiten.

Es können Halluzinationen und Warnvorstellungen auftreten.

Wird einem der Schlaf dauerhaft entzogen, kann dies im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen.

Aber keine Panik, eine Nacht mit wenig oder gestörten Schlaf ist noch kein Grund zur Besorgnis.

Auch eine Folge von Nächten, in denen Du deutlich weniger schläfst, als Du benötigst, ist erst mal nicht schlimm.

Es sollte nur nicht zur Regel werden, dass dir jede Nacht mehrere Stunden Schlaf fehlen.

Sorge am besten dafür, dass Du regelmäßig Deinen für Dich benötigten Schlaf bekommst, so kann Dein Körper optimal regenerieren.

Gute Nachrichten gibt es noch für diejenigen unter Euch, die nicht immer ganz so regelmäßig zum Schlafen kommen.

Durch eine lange, geruhsame Nacht lässt sich eine Episode mit Schlafmangel, zumindest teilweise, wieder ausgleichen.

Fazit

Oberflächlich betrachtet, scheint Schlaf reine Zeitverschwendung zu sein, weil Du nicht aktiv am Leben teilnimmst.

Da der Körper jedoch auf die Ruhe- und Regenerationsphase in der Nacht angewiesen ist, ist es unbedingt notwendig, dass wir uns die Zeit nehmen und schlafen gehen.

Der Schlaf ist eine notwendige Maßnahme. Er sichert die körperliche und geistige Gesundheit, sorgt für unser Wohlbefinden und sichert das Überleben.

So bildet der Körper nachts die Grundlage für Deine tagtägliche Leistungsfähigkeit.

Und das macht den Schlaf zu einem Teil unseres Lebens, der weder Zeitverschwendung, noch sinnlos ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8 Antworten auf „Warum schlafen die Menschen?“

  1. Hi Marco,

    toller Beitrag. Das Thema Schlafen ist äußert wichtig und wird häufig unterschätzt, stellt der Schlaf doch eine unserer größten und wichtigsten Regenerationsmöglichkeiten dar! Und in unserer hektischen Zeit werden die „basics“ eines gesunden Lebens immer wichtiger!
    Lieben Gruß,

    Lars

    1. Hallo Lars,
      danke für Dein positiven Kommentar und genauso ist es. Gerade im hektischen Alltag ist man für alles andere und jeden da, aber das eigene Wohlbefinden rückt automatisch in den Hintergrund.

  2. Hallo Marco,
    finde das Thema Schlafen ebenso faszinierend und werde diese Reise auf deinem Blog rund um dieses Thema mit all seinen Fragen definitiv weiterverfolgen. Vor allem scheint ja auch der Schlaf vor Mitternacht noch eine große Rolle in der Regeneration- und Drüsentätigkeit zu spielen, oder? Zumindest fühlt man sich nach solchen Nächten deutlich erholter. 🙂 LG, Kerstin

  3. Hey Kerstin, freut mich sehr, dass ich Dich schon jetzt begeistern konnte 😉
    Zu Beginn des Schlafzyklus ist der Anteil der Tiefschlafphase noch höher als der der REM-Phase. Die Tiefschlafphase ist entscheidend für Deine Erholung im Schlaf. Jetzt hat jeder Mensch aber seinen individuellen Schlafrhythmus, manche gehen eher und manche gehen eben später ins Bett. Laut aktueller Forschung spielt es für das Erholungsgefühl am Morgen keine Rolle, wann man die erste Hälfte des Nachtschlafs erreicht – ob vor oder nach Mitternacht. Ausschlaggebend ist die Qualität.

  4. Hallo Marco, absolut spannend dieses Thema. Bisher war mir garnicht so bewusst, wie stark die Auswirkungen von Schlafentzug und wie wichtig der Schlaf für unseren Organismus tatsächlich ist. Durch deinen Artikel würde ich gerade nochmals „wach gerüttelt“. 🙂 Danke

    1. Hallo Cathi, ist definitiv nicht zu unterschätzen und so richtig körperlich wird einem das erst bewusst, wenn man länger an Schlafentzug leidet. Auf die Stimmung kann sich schon eine einzige Nacht mit wenig Schlaf negativ auswirken.

  5. Hey Marco,
    sehr wertvoller Beitrag. Man sollte wirklich mehr achtgeben auf sich. Wer kennt es nicht, wenn man einmal im Arbeitsfieber ist, kann man schon mal bis tief in die Nacht reinarbeiten. Diese Situationen häufen sich dann und häufen sich. Für den Schlafrhythmus nicht besonders gut. Danke für deinen Beitrag.
    Liebe Grüße Chrissy

    1. Hallo Chrissy, da hast Du vollkommen recht. Man kann so viel mehr Leistung bringen, wenn man sich grundsätzlich natürlich ernährt, genügend Bewegung in seinen Alltag bringt, Stress reduziert und genügend schläft (und die Schlafqualität stimmt). Auf Deinem Blog hast Du ja auch mit der ketogenen Ernährung ein super Thema aufgegriffen. Du gibst damit ja schon entscheidende Tipps für eine gesunde Ernährungsform.

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